Gute Freunde hat man fürs Leben – oder? Doch was ist, wenn man sich nach Jahren nichts mehr zu sagen hat? Die nicht ganz einfache Frage, wie man eine langjährige Freundschaft so elegant wie möglich beenden kann, wird derzeit im Theater am Wilhelmplatz verhandelt.
vom 03.05.2026 aus der Redaktion der Kieler Nachrichten
von SABINE THOLUND, Foto: Imke Noack
Kiel. Claudia hat sich in einen schicken Ausgehdress geschmissen. Zusammen mit ihrem Mann Peter ist sie bei Freunden, die sie mit in die Ehe gebracht hat, zum Abendessen eingeladen. Das ist sozusagen die erste Zutat des Stückes „Dat Afscheedsdinner” der Niederdeutschen Bühne Kiel, das jetzt Premiere feierte.
Peter hat keine Lust. Noch immer steckt er in Bequemhose und Socken (Kostüme: Sandra Lengfeld/Tina Hempel) und mault, dass sicher wieder das ewig gleiche Essen aufgetischt werden würde. Außerdem hält er die Gastgeber für langweilig. Sein Vorschlag: Man könne sich einer so faden Freundschaft mittels eines Abschiedsdinners entledigen. Die Freunde, die natürlich nicht ahnen, dass es die letzte Einladung sein würde, würden auf diese Weise noch einmal mit ihrem Lieblingsessen und einem guten Tropfen geehrt. Und dann wäre Feierabend.
Toni-Box trifft toxische Lache
„Dat Afscheedsdinner“ („Abschiedsdinner“) heißt die Komödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière, die am Wochenende im Theater am Wilhelmplatz in Niederdeutscher Erstaufführung (nddt. Kerstin Stölting) Premiere hatte. Das dezent eingerichtete Wohnzimmer von Claudia und Peter ist Schauplatz der Inszenierung von Karin Dietmair.
Hier sticht als schönes Detail eine Toni-Box heraus. Üblicherweise als Beschallung in Kinderzimmern zu finden, übernimmt die Box mit den markanten Katzenohren als Lautstärkeregler die Aufgabe einer Stereoanlage – eine hübsche Idee (Bühne: Rainer Kühn).
Nachdem Claudia und Peter den Besuch bei Claudias Freunden geschwänzt haben, wollen sie jetzt ihr erstes Abschiedsdinner für ein Paar geben, das zu Peters Freunden gehört. Claudia hasst Armins toxische Lache genauso wie seine so ausschweifenden wie langweiligen Redebeiträge. Dessen Frau Bea findet sie anstrengend.
Über Letztere muss sich an diesem Abend niemand echauffieren, denn Armin kommt allein. Und das ist nicht der einzige Grund, weshalb dieses Dinner komplett anders verlaufen wird als geplant (…)
KN
Lesen Sie den ganzen Artikel, veröffentlicht: Sonntag, 03.05.2026 in den Kieler Nachrichten.

