De Roof vun de Sabinerschen

Schwank „Roof vun de Sabinerschen“ in Kiel: Bei Professors ist der Teufel los

nbkiel-adminIn der Presse, Kieler Nachrichten

Ein Theaterstück, das in der Schublade hätte bleiben sollen, und ein schlitzohriger Theaterdirektor, der mit dem Stück seine marode Truppe zu sanieren hofft: Zündstoff bieten die Zutaten zum niederdeutschen Schwank „Roof vun de Sabinerschen“ – jetzt zu sehen im Theater am Wilhelmplatz in Kiel.

vom 20.01.2026 aus der Redaktion der Kieler Nachrichten

VON SABINE THOLUND, Foto: Imke Noack

Kiel. Helle Aufregung herrscht im Hause von Gymnasialprofessor Gollwitz und dessen Tochter Paula: Ein Wandertheater hat im Städtchen Station gemacht, im Schützenhaus soll die Truppe eine Kostprobe ihrer Kunst geben. Das ist der Basisstoff des niederdeutschen Schwanks „Roof vun de Sabinerschen“, der jetzt im Theater am Wilhelmplatz in Kiel zu sehen ist. Er birgt Turbulenzen.

Denn: Paula ist ganz aus dem Häuschen und drängt ihren Vater, sein während der Studienzeit verfasstes Stück, das er selbst als „Jugendsünde“ bezeichnet, endlich zur Aufführung freizugeben. In der Hoffnung auf späten Ruhm gibt Gollwitz nach – vorausgesetzt, seine Frau, die gerade zur Kur ist, erfährt nichts davon.

Natürlich trudelt die Gattin vorzeitig zu Hause ein, und der so redegewandte wie schlitzohrige Theaterdirektor hat ihrem Mann das Stück bereits abgeschnackt. Kurz: Die Aufführung der Tragödie „Raub der Sabinerinnen“ ist nicht mehr zu verhindern.

Gekürzte Fassung von Komödienklassiker „Roof vun de Sabinersch“

Der 1884 uraufgeführte Schwank von Franz und Paul von Schönthan ist so etwas wie ein Klassiker der deutschen Komödienliteratur. Christa Schulz und Hans Kallsen haben ihn ins Niederdeutsche übersetzt. Für seine Inszenierung von „Roof vun de Sabinerschen“ im Theater am Wilhelmplatz hat Christoph Munk das Personal von ursprünglich elf auf fünf Rollen gekürzt – bei den Professors geht es dennoch zu wie im Taubenschlag.

Die Besucher geben sich in der mit behäbiger Gemütlichkeit ausgestatteten Stube des Hausherrn die Klinke in die Hand (Bühne: Rainer Kühn). Theaterdirektor Striese zählt hier zu den hartnäckigsten. Mit Silke Broxtermann ist diese komödiantische Paraderolle bestens besetzt. Gestenreich, temperamentvoll und charmant weiß ihr Striese seine Opfer einzulullen – und über den Tisch zu ziehen. Beinahe anrührend gelingt dessen Monolog vor der Pause, der eine Lanze für das „Schmierentheater“ bricht.

„Roof vun de Sabinersch“ in Kiel: Striese wickelt alle ein

Striese schafft es nicht nur, die anfangs sehr ablehnende Hausherrin zu „knacken“ (ganz die feine Dame: Britta Kabus). Auch Thomas Horns zwischen Eitelkeit und Sorge um ein Fiasko schwankender Gollwitz lässt sich von ihm einwickeln. Mit Paula (Nina Willmann) und dem geziert scharwenzelnden Sterneck (Severin Staack) gibt es auch hier das unvermeidliche Paar, das nach anfänglicher Kabbelei schockverliebt auf die Hochzeit zusteuert. (…)

KN

Lesen Sie den ganzen Artikel, veröffentlicht: Montag, 20.01.2026 in den Kieler Nachrichten.

Tickets für die Vorstellungen sind beim theaterKIEL erhältlich, online, im Opern- und im Schauspielhaus oder telefonisch unter (0431) 901 901 sowie an der Abendkasse im Theater am Wilhelmplatz ab eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

ROOF VUN DE SABINERSCHEN