Karin Asmussen

Darstellerin

Riesig war die Freude über meine erste Rolle bei der NDB: 1972 spielte ich im Weihnachtsmärchen „Frau Holle“ die Goldmarie! Im „Nachwuchsstudio“ der Bühne hatte man mich dafür ausgewählt. Im Weihnachtsmärchen 1973 trat ich dann als Dornröschen auf.

Abitur und Berufsausbildung ließen mir dann nur Zeit für Statistenrollen bei den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel. 1980 benötigte die NDB Statisten für „De Wulken“ nach Aristophanes von Hans Bunje – eine dieser Statistinnen war ich. Und wurde von einem der Wulken- Darsteller – Horst Petersen – vom Fleck weg als pommersche Flüchtlingsdeern in „Up Düwels Schuvkar“ engagiert – meine erste niederdeutsche Rolle.

Von da an bereichert dieses Hobby mein Leben. In den Jahren 1986 bis 1997 spielte ich regelmäßig in den Weihnachtsmärchen mit.

Besonders gut gefiel mir meine Rolle als „die kleine Seejungfrau“, wo ich mit dem ganzen Ensemble sehr fröhliche Lieder „unter Wasser“ (!) gesungen habe. Bei „Zwerg Nase“ war ich sehr beeindruckt von dem Aussehen, das mir die Maskenbildnerin als böse Hexe verpasst hatten. Die ersten Male bin ich beim unvorbereiteten Blick in den Spiegel richtig zusammengezuckt, weil mir ein abgrundhäßliches rot und blau geädertes Gesicht mit langer Nase entgegenblickte. Eine supertolle Rolle für mich war auch die der „Ilsebill“ im Märchen von dem „Fischer un sien Fru“. Sie wollte immer mehr haben und darstellen, weil es ganz einfach zu erreichen schien – eine ganz menschliche Schwäche. Doch da sie den Bogen zu sehr überspannte, rächte sich die Gier nach Mehr am Ende.

Sehr erlebnisreich waren die Auftritte mit dem niederdeutschen Kabarett „Wi snackt Platt“, das wir über 50 Mal auch in verschiedenen Dorfgasthöfen gespielt und mit dem wir 1982 sogar einen Abstecher nach Bonn unternommen haben. Tatsächlich war der Bonner Marktplatz voller Zuschauer, die an unserem Kabarett sichtlich Freude hatten. Witzig für mich war die Verwandlung im Goldenen Anker“, wo ich 2000 eine ganz junge Fanny und ein Jahr später in der Fortsetzung die 20 Jahre ältere Fanny darstellte. Hervorheben möchte ich noch das Stück „Droom-Rullen“ aus dem Jahre 2010, in dem wir „Theater im Theater“ darstellten bzw. Schauspieler, die Schauspieler spielen. Dieser ständige Wechsel der Ebenen war äußerst reizvoll.

Am schönsten für mich ist es, wenn ich spüre, dass die Zuschauer unser Spiel berührt, erheitert, erfreut – wenn sie es genießen! Dann haben wir alles richtig gemacht!